Tag der Selbsthilfe 3. Mai 2018

Selbsthilfe wirkt: mit allen Sinnen – in allen Lebenslagen – für jeden Einzelnen. Unter diesem Motto fand am 3. Mai 2018 der „Tag der Selbsthilfe“ statt. Zudem gab es einen besonderen Grund zum Feiern – der Dachverband Selbsthilfe Tirol wurde 25 Jahre alt! Das Landhaus Tirol in Innsbruck bot den würdigen Rahmen für diese besondere Veranstaltung, die für die 350 Interessierten wie auch die Selbsthilfegruppen viel Informatives bot.

Feierlich eröffnet wurde die Veranstaltung von Präsidentin Maria Grander, Landesrat Univ.-Prof. DI Dr. Bernhard Tilg, Landesrätin DI Gabriele Fischer, Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer und dem Direktor der Tiroler Gebietskrankenkasse, Dr. Arno Melitopulos.

Abwechslungsreiches Programm

Kabarettist und Moderator Markus Linder begleitete durch ein abwechslungsreiches Programm, bei dem den Besuchern viel geboten wurde. An den Ständen von rund 30 Selbsthilfegruppen konnten Interessierte mit den Gruppen in Kontakt treten und sich zu den verschiedenen Themen informieren.

Über den Tag verteilt fanden verschiedene Referate statt. Facharzt Dr. Christian Kotyrba stellte die Selbsthypnose vor und wie man dadurch besser in der Lage ist, Stresssituationen zu meistern. Durch ein verbessertes Selbstwertgefühl lassen sich gesetzte Ziele gut erreichen und herausfordernde Situationen ruhig und überlegt meistern.

Der Herausforderung Studium mit chronischer Erkrankung widmete sich Dr. Elisabeth Rieder in ihrem Vortrag. Als selbst Betroffene und Vorsitzende des Behindertenbeirats der Stadt Innsbruck zeigte sie anhand von ausgewählten Beispielen auf, wie ein Studium mit chronischer Erkrankung organisiert, umgesetzt und gestaltet werden kann.

Der Leiter des Labors für Psychoneuroimmunologie der Medizinischen Universität Innsbruck, Prof. Dr. Dr. Christian Schubert, gab in seinem Vortrag Einblicke, wie die Psyche körpereigene Abwehrkräfte beeinflussen kann. Man geht heute davon aus, dass sämtliche Systeme des Körpers (unter anderem Nerven-, Immun-, Hormonsystem) nicht nur untereinander, sondern auch mit der Umwelt verbunden sind. Dieses Zusammenspiel entscheidet, ob ein Mensch gesund bleibt oder krank wird, sich unternehmungslustig oder erschöpft fühlt, langsam oder schnell altert. Daher ist ein Umdenken in der medizinischen Forschung wichtig.

Das Cystische Fibrose-Zentrum (CF – Zentrum) an der Medizinischen Universität Innsbruck, unter der Leitung von Prof. Dr. Helmut Ellemunter, ist seit Jahren Referenzzentrum in Westösterreich. Ein Referenzzentrum muss ein besonderes Fachwissen auf einem bestimmten Gebiet nachweisen. Durch die ständige Betreuung durch Ärzte, Therapeuten, Pflegepersonal und Psychotherapeuten wurde im Laufe der Jahre die Qualität der Versorgung für die Betroffenen erhöht. Das zeigt sich an besseren Lebensbedingungen der Patienten auch im internationalen Vergleich. Das CF-Zentrum ist heute ein Vorzeigebeispiel für Patientenbeteiligung. Die Grundlage dafür ist die 30 jährige Zusammenarbeit mit dem Selbsthilfeverein CF- TEAM Tirol und Vorarlberg. TEAM steht für Tiroler und Vorarlberger Eltern – Arbeit Mukoviszidose. Im Juni verleiht die Selbsthilfe Tirol dem Zentrum das Gütesiegel „Selbsthilfefreundliches Krankenhaus“. 

Hörgeräte wirken bis zu einem gewissen Grad an Schwerhörigkeit gut. Manche Menschen hören allerdings schon zu schlecht oder können Hörgeräte aus medizinischen Gründen nicht tragen. Was tun, wenn Hörgeräte nicht mehr helfen? Mit dieser Frage lud Ewald Thurner, Österreich Manager bei MED-EL, zum Erfahrungsaustausch mit Betroffenen ein.

Sinn-volles Erleben

Auf der Sinnesstraße waren die Besucherinnen und Besucher eingeladen, ihre Sinne zu testen. Das sinnliche und genussvolle Verkosten von verschiedenen Ölen stand dabei ebenso am Programm wie eine Hörwerkstatt, ein Sehtest, eine Blutzuckermessung und ein Lungenfunktionstest. Zudem erhielten die Besucherinnen und Besucher Ernährungstipps von den Expertinnen.

Selbsthilfe Tirol in neuem Design

Beim anschließenden Festakt präsentierte Geschäftsstellenleiterin Barbara Vantsch das neue Erscheinungsbild der Selbsthilfe Tirol. In einer einfachen und klaren Sprache werden künftig alle Folder und Broschüren der Selbsthilfe Tirol gestaltet. Damit setzt der Dachverband auf Barrierefreiheit und bessere Verständlichkeit. Dieses Konzept wurde auch auf der neuen Homepage umgesetzt. Auch das Logo der Selbsthilfe wurde neu gestaltet. In einem großen S breitet ein Mensch die Arme aus und hebt damit das Verbindende hervor, das ermutigen soll und Anerkennung und Unterstützung ausdrückt.

Präsidentin Maria Grander betonte in ihrer Festrede die positive Entwicklung der Selbsthilfe Tirol seit der Gründung vor 25 Jahren. Bei der Gründungsversammlung nahmen Vertreter von 24 Selbsthilfegruppen teil. Ziel war und ist es die Betroffenen in ihrer ehrenamtlichen Arbeit zu unterstützen. und an einer positiven Entwicklung im Sozial-und Gesundheitswesen mitzuwirken. Heute ist die Selbsthilfe Tirol das Dach für 160 Selbsthilfegruppen in Tirol.

Frau Grander bedankte sich bei allen Beteiligten für den gelungenen Tag und lud die Gäste noch zu einem Umtrunk ein. Damit fand ein gelungener Tag der Selbsthilfe seinen Abschluss.

Bildhafte Eindrücke vom Tag der Selbsthilfe am 3. Mai 2018

Von | 2018-07-25T13:08:55+00:00 24. Mai 2018|